12. Juni 2017

Qualitätszeit und Ernüchterungsmomente

 
pixabay
Ein wunderbares sommerliches Wochenende liegt hinter mir und ich konnte gut Kraft tanken in meiner Familie. Unsere Kinder luden uns am Freitag in ein Steakhaus mit anschließendem Kinobesuch ein und ich genoss die Zeit unheimlich.....da dies  für mich absolute Qualitätszeit bedeutet. 
Wir haben das große Glück, uns richtig gut zu verstehen und vor allem zu vertrauen. Da beide- unser Sohn und unsere Schwiegertochter 29 Jahre alt sind, sind sie vom Alter her gesehen nicht so weit weg von meinen Lehramtsanwärtern und ich glaube ziemlich gut zu wissen, was junge Leute in diesem Alter bewegt. Manchmal frage ich meine zwei auch, ob ich bestimmte Dinge falsch sehe oder zu streng wahrnehme und handle. Nicht weil ich die tolle beliebte Ausbilderin sein will, sondern um einiges mit den Augen junger Menschen zu sehen. Auch wenn wir  älteren Kollegen jung waren, geht uns manches vielleicht verloren bzw. haben wir evtl. verdrängt, wie schwer es war, in der Ausbildung immer abliefern zu müssen, möglichst gut sein zu wollen und vielen Ansprüchen zu genügen. (das gilt natürlich nicht für alle älteren Kollegen!!!!)
Ich kann sagen, dass ich meine Arbeit als Ausbilderin wirklich mit Herz und Engagement leiste und meine jungen angehenden Lehrer mag und ihre Arbeit wertschätze.
Ich habe den Film "Zwischen den Stühlen" noch nicht gesehen, bekam aber von mehreren Seiten vermittelt, dass dieser wirklich wichtig wäre, weil er die harte Realität der Lehramtsanwärter (in Berlin) widerspiegelt. Ich werde ihn mir ansehen und mir selbst ein Bild darüber machen.
Trotz meiner Freude an meiner derzeitigen Tätigkeit, stellt sich in den letzten Tagen des Schuljahres etwas Ernüchterung ein. 

Da ich gerade einen deftigen "Abschiedsgruß" bekam, habe ich Zeilen aus diesem Post entfernt. Mir fehlen die Worte...und ich bin noch ernüchterter als vorher.

Ich wünsche auf diesem Wege meinen Lehramtsanwärtern, die jetzt ab August in das Lehrerleben starten, alles Gute.

Zurück zur Qualitätszeit, weil diese positiv ist und negative Gedanken verschwinden lässt. Am Samstag schufteten wir im Garten der Kinder und ich war fertig wie eine Mütze. Soviel Gartenarbeit bin ich dann doch nicht mehr gewöhnt. Aber zu sehen, was alles geschafft wurde, macht einfach froh...... vor allem aber die Freude und die Dankbarkeit der Kinder. Am Sonntag fuhren wir auf unseren geliebten Töpfermarkt nach Waldenburg, von dem ich hier im Blog schon öfter erzählt habe.
 Wir haben mittlerweile eine Lieblingstöpferin, bei der wir uns etwas Schönes für unser Wohnzimmer kauften. Als wir uns gestern Abend unser Einkäufe noch einmal anschauten, waren wir happy und meinten beide, es war ein richtiges Glückswochenende. Ich wünsche euch nun viel Qualitätszeit und hoffe, ihr kommt alle gut durch die Schulwoche!

Kommentare:

  1. Liebe Arnie,
    diese Ernüchterung kenne ich leider auch nur zu gut. Da investiert man viel Zeit und Herzblut für Praktikanten oder Referendare und kauft am Ende oft noch von privatem Geld ein Abschiedsgeschenk und von der anderen Seite kommt oft nichts. Das wird wohl als selbstverständlicher Service genommen. Ärgerlicherweise bin ich durch solche Verhaltensweisen berechnender geworden. Macht ein Praktikant Unterricht in meiner Klasse, dann überlege ich mir wieviel Vorbereitungszeit ich dadurch spare und nehme mir diese Zeit für Gespräche. Ein Praktikant der nichts "leistet", für den habe ich mittlerweile nicht mehr so viel Zeit, wie ich mir die früher genommen habe. Ich ärgere mich jetzt weniger über Undankbarkeit, aber finde gleichzeitig auch sehr schade, dass man so wird.
    In deinem Fall kommt ganz sicher noch dazu, dass während der Ausbildung natürlich jeder lieb und nett zu dir ist, schließlich sind sie von dir abhängig. Da wird viel gelogen und geschleimt (weiß ich auch noch aus meiner Ausbildungszeit) und das muss man eben nicht mehr, wenn man seine Noten hat. Nimm es also nicht zu persönlich.
    LG Marion

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  2. Sylvia... sind wir da nicht im selben "Feld" wie mit dem Hallo, Bitte, Danke, Tschüss... passt für mich irgendwie alles in eine Sparte. Aber... ich finde das sind nicht die "jungen Leute". Das ist eher ein allgemeines Problem.
    Mein Opa hat immer gesagt: Wenn du durch's Dorf gehst - Grüß die Leute! Du musst nicht "Guten Tag" sagen, wenn dir das zu förmlich ist. Ein freundliches "Hallo" reicht. Daran gewöhnen sich irgendwann auch die "Alten im Dorf" und gegrüßt ist gegrüßt... Und er hatte Recht!
    Seit Monaten haben wir immer wieder das Motto: Wir grüßen einandern und verabschieden uns.
    Ich stehe Montagmorgens an der Tür und lasse im Rahmen der Frühaufsicht die Kinder rein. Von 160 Kinder haben mir neulich 4 gegrüßt!!! Da habe ich mal eine Durchsage gemacht und mich persönlich bei den vier Kindern bedankt!
    Und ich finde so ist es auch mit dem Verabschieden nach einem gemeinsamen Stück Lebensweg. Noch dazu einem so wichtigen... Das fällt für mich, wie einiges andere und die vll altmodische Kategorie: Das gehört sich so! Diese stirbt scheinbar langsam aus...
    Es geht ja nicht um Abschiedsgeschenke, sondern um ein Tschüss und ein Danke. Das muss man sicher nicht bei allen Ausbildern machen, denn mit manchen hat man doch schlechte Erfahrungen gemacht. Aber das sollte man bei denen machen, die man mochte und von denen man profitiert und gelernt hat. So entsteht beim Ausbilder dann nicht der Eindruck, man hätte etwas falsch gemacht oder "die jungen Leute" hätten einen nicht gemocht oder hätten irgendwie gelitten im eigenen Seminar.
    So würde es mir zumindest gehen... Wenn keiner Tschüss sagt.
    Ich kann dich verstehen. LG *valessa
    PS: Schnell runtergetippt und nicht Korrektur gelesen... Man möge die Fehler überlesen ;)

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  3. Ach so... das mit dem Opa eben, war so gemeint: Ich habe diese Höflichkeiten noch von meinen Großeltern und Eltern gelernt. Eben alles Dinge aus der Kategorie: Das gehört sich so :)

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  4. Ach liebe Arnie - lass dich von irgendwelchen ungehobelten Verrückten nicht belasten. Du bist mit Sicherheit das Beste, was einem Auszubildenden "passieren" kann. Ich drück dich mal...
    LG Rita

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  5. Lass dich nicht unterkriegen. Ärger am Schuljahresende steckt man auch immer viel schlechter weg!
    LG Barbara

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  6. Liebe Arnie,

    herrje, lass dich nicht "ernüchtern", ich denke, es steckt manchmal einfach viel Unbedachtheit dahinter - keine böse Absicht!

    Ich selbst habe ja seit über einem Jahr wieder einen Lehramtsanwärter, einen ganz reizenden "jungen" Mann - ähnlich wie bei dir, ist er im Alter meines Sohnes. Im Rahmen der Vorbereitungen für seine UBs schimpfen wir schon manchmal gemeinsam über die "Ausbilder", vor allem da beim hessischen "Modul-System" ständig neue Personen auftreten und jeder seine Schwerpunkte anders legt und sich der LiV natürlich "anpassen" muss - etwas was ich persönlich für "ganz großen Mist" halte, denn eine kontinuierliche persönliche Entwicklung ist dadurch unmöglich. Ich habe nun schon viele anschließende Gespräche erlebt - jeder will es anders - der Lehramtsanwärter wird eigentlich nur verunsichert. Meiner *hihi* schafft es jedoch immer in Gespräche sich für ein Lob zu bedanken und kritische Anmerkungen positiv für sich aufzunehmen. Zum großen Glück meines Lehramtsanwärters kann er also gut mit einer unglücklichen Situation umgehen, ich kann mir jedoch durchaus Personen vorstellen, die damit ganz große Probleme haben können, auch wenn sie eigentlich tolle Lehrer werden würden.

    Und ... darf ich dir etwas verraten? Ich selbst habe während meiber Ausbildungszeit oft mit Peter die bösesten Träume besprochen: Von Reifen zerstechen bis Brötchen vergiften war alles dabei ;-) Ich habe manche Ausbilder geschätzt, nie gemocht, - manche habe ich gehasst und ich war unendlich glücklich, als diese "Scheißzeit" vorbei war.

    Fühl dich mal gedrückt!
    Gabi


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  7. Liebe Sylvia,
    ich kann dich wirklich sehr gut verstehen....
    Ein Bitte , ein Danke, ein "Das habe ich gerne gemacht", .... sind wirklich sehr selten geworden. Und das ist in meinen Augen keine Nachlässigkeit, keine Gedankenlosigkeit, keine Unbedachtheit, sondern einfach eine Unkultur und Unhöflichkeit!
    Es fällt einem manchmal nicht leicht, trotz negativer Erfahrungen weiter höflich und gelassen zu bleiben :-)
    Ich denke dann immer, wenn ein paar "Menschlein" aus meinem Umfeld sich positiv "anstecken"lassen , lohnt es sich .....
    Manchmal hilft aber auch "Dampf" ablassen!
    Liebe Sylvia, ich wünsch dir ganz schnell ein paar höfliche "Menschlein".

    Liebe Grüße
    Andrea aus dem Schwarzwald

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