16. Mai 2015

Von Lehrerlust und Lehrerfrust


Nunja, ob ich in diesem Shirt wirklich durch die Gegend taumeln würde?! Wohl eher nicht....über den Grund könnt ihr gern spekulieren. 


Gerade habe ich einen anderen wunderbaren Einkauf getätigt, bei dem mich die Lehrerlust geradezu überfällt. Nee...nicht schon wieder Elsterschmuck - ich habe hier Marienkäfermaterial von Valessa Scheufler gekauft. Die Vorschau war schon vielversprechend, das Material selbst ist wunderbar. Ich bin immer wieder auf der Suche nach wirklich gutem SU- Material, einfach weil vieles nicht handlungsorientiert angelegt ist und die Kinder schon bei dem Wort Arbeitsblatt stöhnen. Nichts gegen gute Arbeitsblätter, aber Sachunterricht ist nun einmal ein Fach, wo Handlung und Methodenvielfalt gefragt sind. 
Da bin ich gleich bei der nächsten Freude, denn als ich kürzlich das "Fahrscheinsystem" hier vorstellte, stieß das auf sehr positive Resonanz. Danke an dieser Stelle an meine LAA, welche mich zu diesem Post inspirierte (sie bedauert die bemängelte unsaubere Tafel, war aber sehr unter Zeitdruck- also seid nicht zuuuu streng ;)).Nun nahm sich Valessa der Sache recht schnell an und stellte hier auf ihrem Blog Fahrscheine zur Verfügung. Danke an dieser Stelle....das nenne ich mal Blogkooperation. Aber auch meine Bloggerfreundin Marion Weyland von der Kruschkiste hat mir eine Vorlage zugesandt, welche ich euch hier zur Verfügung stellen darf- Klickst du hier! Lieben Dank, liebe Marion- ich freue mich sehr. 
Nach wie vor erlebe ich viel Lehrerlust in gut gestalteten Sachunterrichtsstunden meiner LAA´s. Auch die Arbeit in den Fachseminaren ist von großem Interesse am SU geprägt und irgendwie fahre ich immer montags (Seminartag) mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Jetzt fragt ihr sicher...wo schiebt sie dann Frust? Hach, mir fehlt einfach mein Fach! Darüber habe ich ja schon öfter geschrieben und will es auch nicht andauernd problematisieren...
Lehrerfrust von ganz anderer Seite schlug mir kürzlich auf einer Feier von meiner eigenen Verwandtschaft entgegen. In dieser gibt es ebenfalls ein Lehrerehepaar- allerdings Gymnasiallehrer. Als ich über meine Arbeit in der Ausbildung erzählte und meinte, dass ich es nicht gerecht finde, dass Gymnasiallehrer in Sachsen 26 Vollzeitstunden und Grundschullehrer 28 Stunden in Vollzeit arbeiten, wurde ich regelrecht angefaucht. Von wegen....Gymnasiallehrer hätten eine 60 Stundenwoche durch die vielen Korrekturen...Hilfe! Das stellt doch keiner in Abrede! Trotzdem finde ich es nicht gerecht. Mein eigener Mann ist auch Gymnasiallehrer und schüttelte nur den Kopf. Ganz ehrlich- ich ziehe absolut den Hut vor meinen Berufskollegen. Ich weiß, was sie leisten, vor allem, wenn sie aufwändige Fächer unterrichten. Aber manche zeichnet eine gewisse Arroganz uns Grundschullehrern gegenüber aus, das finde ich schlimm.
Darüber aufzuregen hat keinen Sinn. Mein Gatte sieht seit Jahren, wie ich vorbereite, korrigiere, Beurteilungen schreibe und mit verschiedenen Umständen kämpfe- er hat Hochachtung vor uns und das tut gut.
Nun schreibe ich noch ein Gutachten, welches ich am Montag abgeben muss, bereite Experimentier- und Lapbookmaterialien für den Fachtag am Montag vor und werde noch etwas für den Musikunterricht am Donnerstag vorbereiten, weil ich am Dienstag und Mittwoch zur Weiterbildung nach Meißen fahre....achja, die geht am Dienstag bis 18 Uhr.....aber ich schreibe jetzt nicht, wie viele Stunden ich arbeite...zuzwinker!!!

Kommentare:

  1. ....ich musste immer breiter schmunzeln und hoffe, deine Verwandten Gymnasiallehrer lesen das auch!

    LG

    Sabine

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    1. Oh da mūssten sie arg über ihren Schatten springen.....LG von Sylvia

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    2. Ist es nicht sogar so, dass es mehr Gehalt gibt für HR und GYM oder Berufsschule?
      Tja, nun ja... da kann man auch drüber diskutieren.
      Klar mehr Korrekturarbeit, um die ich die Kollegen echt nicht beneide!
      Aber, was ist denn mit unserer didaktischen Aufbereitung, den Klassennachmittagen, Theaterfahrten, Klassenfahrten, Bastelnachmittagen und nicht zu vergessen den dauernden Elterngesprächen, täglichen Anrufen von Eltern, Förderkonferenzen, Gesprächen mit Lerntherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Kinderarzt... etc. Ich glaube unterm Strich nimmt es sich nichts und wenn ich dann sehe, dass die Kollegen, die ICH in der Oberstufe hatte, die mein Vater damals auch schon als Lehrer hatte, dieselben ABs nutzen, wie 30 Jahre zuvor auch schon... Tja, da hab ich keine Fragen mehr. Mehr Korrekturarbeit, aber dafür weniger Vorbereitung???
      Klar machen das nicht alle... aber auch nicht alle GS-Lehrer gehen um eins nach Hause, haben dann ihre Ruhe und nehmen am nächsten Tag das Buch für den Unterricht her oder machen Unterricht aus dem Bauch heraus, weil man ja für die GS nix vorbereiten musst, denn es ist ja alles sooo EASY!

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  2. Ich finde das auch sehr schade. Wenn schon die Kollegen anderer Schulformen keinen Respekt voreinander haben, wie soll es dann die Nichtlehrerwelt...Aber darüber aufregen lohnt nicht, denn dann könnte man auch noch über das Gehalt sprechen oder die zusätzlichen Aufgaben bedingt durch kleinere Kollegien und und und
    Aber es sind ja auch nicht alle so. In meiner Familie gibt es eine Gymlehrerin und wir "leiden" und freuen uns unheimlich gerne gemeinsam. In meinem Kollegium ist zur Zeit eine Gymlehrerin als Abordnung und die würde sowas wohl auch nie sagen ;)
    Also dann doch lieber über den Beruf freuen. :)
    LG
    Lilli Belle

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